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Vorbereitungsklasse

Programmierkurs in der Vorbereitungsklasse

Durch Programmieren Sprachbarrieren überwinden

Im Rahmen des bereits seit mehreren Jahren erfolgreichen Programms „101 Schulen“ werden derzeit spezielle Angebote für Internationale Vorbereitungsklassen (IVK) entwickelt. Dabei handelt es sich um Klassen, in denen Schülerinnen und Schüler, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben, besondere Sprachförderung erhalten, bevor sie in den Regelunterricht integriert werden. Ausgewählte Referentinnen und Referenten entwickeln und erproben Workshop-Konzepte, welche speziell auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern in Internationalen Vorbereitungsklassen angepasst sind.

Wir haben den langjährigen LMZ-Referenten Aytekin Celik an die Bismarckschule in Stuttgart-Feuerbach begleitet, wo er am 12. Juli zwei Workshops zur Programmiersprache Scratch durchgeführt hat. Die Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft und Muttersprache lernten hierbei die bildliche Programmiersprache Scratch kennen. Die Bismarckschule ist eine Werkrealschule. Die Kinder der beiden Internationalen Vorbereitungsklassen sind zwischen 11 und 16 Jahren alt und stammen aus ganz unterschiedlichen Ländern, etwa Syrien, Iran, Afghanistan, aber auch Griechenland. Die Workshops wurden jeweils von zwei Lehrkräften der Schule begleitet.

Die Sprache steht nicht so sehr im Vordergrund

Scratch ist eine visuelle Programmiersprache, die sich besonders an Kinder und Jugendliche richtet, um ihnen die Grundidee der Computerprogrammierung näher zu bringen. Die Entwicklungsumgebung ist kostenlos und ohne Anmeldung online abrufbar. Die Kinder lernen die Grundprinzipien von Befehlen in Programmiersprachen kennen, indem sie die Bewegungen einer Figur steuern. Die Arbeit mit Scratch ist in diesem Rahmen besonders geeignet, da sich verschiedene Bedienungssprachen einstellen lassen und die Kinder so teilweise in ihrer Muttersprache arbeiten, parallel aber ihre Deutschkenntnisse verbessern können.

„Die Sprache steht dadurch nicht so sehr im Vordergrund, es geht vielmehr um die aktive Auseinandersetzung mit dem Programm“, so Birte Rosink, die das Programm „101 Schulen“ betreut. Daher eignet sich das Tool sehr gut, um trotz vorhandener Sprachbarrieren gemeinsam zu arbeiten.

Aytekin Celik bezog im Workshop zudem die Muttersprachen der Kinder ein, indem er von allen die Wörter für Maus, Tastatur und Computer in den jeweiligen Sprachen abfragte und sich diese dann auch merkte und verwendete. „Das war eine ungemeine Wertschätzung für die Kinder“, so die Medienpädagogin. Das Grundverständnis für Befehle und ihre Ausführung wurde zunächst ganz ohne Computer verdeutlicht. Ein Schüler sollte einen anderen „programmieren“, indem er ihm Befehle gab und ihn so Schritt für Schritt durch den Raum schickte. Mit diesem Vorwissen konnten die Kinder dann an die Bedienoberfläche von Scratch gehen und die Figur steuern.

„Die Kinder waren sehr konzentriert und motiviert bei der Sache und profitierten von einfachen, schnellen Erfolgserlebnissen“, berichtet Birte Rosink. Ein Schüler aus Griechenland kannte Scratch aus seiner dortigen Schulzeit und konnte daher anderen helfen.

In der dritten Stunde erhielten die Schülerinnen und Schüler Aufgabenkarten zum Erstellen einfacher Programme. Die Aufgaben waren dabei in Textform sowie visuell formuliert, sodass sprachliche Verständnisschwierigkeiten überbrückt werden konnten.

Weitere Workshops in Internationalen Vorbereitungsklassen sind in Vorbereitung, so etwa zu den Themen „Das Internet und ich“, „Erste Schritte im Netz“ und „Suchen und Finden im Netz“.

Text: Jiri Hönes / Landesmedienzentrum Baden-Württemberg.

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