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Workshop "Daten- und Verbraucherschutz in der digitalen Welt" in Rheinfelden

Was wissen Apps über mich? Sind gratis Spiele wirklich kostenlos? Wie kann ich mich und meine Daten in der digitalen Welt schützen? Diesen und weiteren Fragen ging die Klasse 7b der Gemeinschaftsschule Rheinfelden in einem Workshop mit dem Medienpädagogen Christian Schmidt nach.

Neues Workshop-Angebot zum Daten- und Verbraucherschutz in der digitalen Welt

Die Klasse 7b gewann 2019 mit einem Projekt zu Social-Media-Profilen den Verbraucherschutzpreis 2019. Als Siegerprämie gewannen sie einen speziell für sie entwickelten Verbraucherschutz-Workshop. Wie sie den Workshop erlebten, erzählen die Schülerinnen und Schüler in diesem Artikel. Ab 2021 steht das Workshop-Angebot auch allen anderen Schulen über das Programm “101 Schulen” zur Verfügung.

Am Mittwoch, den 21.10.20, duften wir endlich den durch Corona zunächst verschobenen und dadurch lange ersehnten Workshop „Datenschutz – Schütze deine Daten in der digitalen Welt“ mit Herrn Schmidt durchführen. Es erwarteten uns viele spannende Themen, in die wir einen kurzen Einblick gewähren möchten.

Was unser Einkauf über uns verrät

Das erste Thema handelte davon, wie durch Kontaktdaten und Kassenzettel individuelle Nutzerprofile von Verbrauchern erstellt werden. Das geht viel schneller und leichter als gedacht, da sich beispielsweise „Target“-Supermärkte durch Einkäufe einen Überblick über das Kaufverhalten ihrer Kunden verschaffen. Dies nennt man „Kundenscoring“. Wir bekamen ein Arbeitsblatt, auf dem wir zu verschiedenen Personen ein Interessen-Profil erstellen sollten. Wir durften uns überlegen, welche Werbung wir diesen Personen gezielt anzeigen würden, um weitere Käufe hervorzurufen. In diesem Zusammenhang haben wir auch gelernt, dass es besser ist, zum Beispiel keine Kundenkarte wie die “Payback”-Karte zu verwenden, da auch solche Karten für das „Kundenscoring“ verwendet werden.

WhatsApp & Co. analysieren uns immer und überall

Ein weiteres spannendes Themenfeld waren die Informationen zu „App-Berechtigungen“. Die meisten Jugendlichen nutzen heutzutage WhatsApp als Kommunikationsmittel. Bevor man die App nutzen kann, wird man unter anderem nach den folgenden Berechtigungen gefragt: Standort, Kamera, Mikrofon, Galerie, Kontakte, Anrufliste, SMS und Speicher. Die meisten von uns stimmen diesen „App-Berechtigungen“ leider zu, ohne groß darüber nachzudenken. Dabei brauchen wir für die Nutzung von WhatsApp beispielweise unseren Standort oder die Anruflisten nicht. Stimmen wir der Abfrage aller App-Berechtigungen zu, geben wir so unnötige Informationen über uns bekannt: Wir – und unser Umfeld – werden auf diese Weise durch unzählige Apps analysiert. Wir haben gelernt, was wir dagegen tun können, indem wir einige Berechtigungen zum Beispiel nachträglich wieder zurücknehmen.

Finger weg von In-App-Käufen

Auch für die Gamer unter uns hielt Herr Schmidt ein paar interessante Informationen bereit: Wie schnell verspielt man ein paar Euros auf dem Handy, obwohl man denkt, ein Spiel sei kostenlos? „Fortnite“ zum Beispiel macht eigentlich nur richtig Spaß, wenn man sich mit echtem Geld sogenannte „V-Bucks“, der Währung in „Fortnite“, kauft, weil man dadurch zum Beispiel neue Anzüge, sogenannte „Skins“, Lackierungen für Waffen oder einen besonderen „Battle“-Pass erwerben kann. Je nach Spiel und je nachdem, wie oft man sich etwas kauft, desto höher steigen die Preise. Auf diese Weise kann man schnell viel Geld verlieren, weil man „süchtig” danach wird, sich immer noch mehr Erweiterungen zu kaufen. So bleibt das Spiel spannend und man ist nicht frustriert darüber, wenn es anders nicht so richtig weitergeht. Es ist besser, sich hier von Anfang an finanzielle und auch zeitliche Grenzen zu setzen, damit man gar nicht erst in Versuchung geführt wird, immer noch mehr Geld für Erweiterungen ausgeben zu wollen.

Dann war der Vormittag leider auch schon wieder vorbei. Er verging wie im Flug, weil Herr Schmidt uns alles so gut und mit so tollen Materialien, die uns zum Selbstlernen und Nachdenken angeregt haben, gezeigt und erklärt hat. Wir haben trotz unseres Vorwissens jede Menge weitere wichtige Dinge rund um das Thema „Selbstschutz in der digitalen Welt“ erfahren. Daher möchten wir uns bei Herrn Schmidt – aber auch bei allen anderen Beteiligten – gerne noch einmal im Namen der gesamten Klasse 7b ganz herzlich für all die schönen Erlebnisse und Erfahrungen rund um den Verbraucherschutzpreis und den damit verbundenen 1. Platz und Preis bedanken!

Lena, Maria und Nils aus der 7b der GMS Rheinfelden

Der Workshop an der Gemeinschaftsschule Rheinfelden wurde im Rahmen des Verbraucherschutzpreises 2019 und des Kindermedienland-Programmes „101 Schulen“ durchgeführt. Um Jugendlichen und Eltern beim sinnvollen Umgang mit Medien zu unterstützen, bietet das Programm 101 Schulen verschiedene Veranstaltungsformate an. Die einzelnen Veranstaltungen haben unterschiedliche Praxisanteile, wobei die Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler grundsätzlich praxisorientiert angelegt sind. Die Workshops werden an alle Schularten, Klassenstufen und Zielgruppen, bei Bedarf mit internationalen oder inklusiven Settings, angepasst, sodass die für die Schülerinnen und Schüler interessantesten Aspekte der Themengebiete im Vordergrund stehen.

Für das Format „Daten- und Verbraucherschutz in der digitalen Welt“ können Schulen sich über unser Anmeldeformular anmelden. Bei Fragen zum Workshop oder zum Programm „101 Schulen“ senden Sie uns gerne eine E-Mail an 101schulen@lmz-bw.de.

Der Workshop wurde gefördert durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Kontakt

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Rotenbergstraße 111
70190 Stuttgart

 

Beratungsstelle
0711 490 963 - 21
beratungsstelle@lmz-bw.de